Am 3. Oktober feiert Deutschland den Tag der Deutschen Einheit. Ein guter Anlass für eine Frage, die sich sonst niemand stellt: Gibt es beim Hören eigentlich einen Unterschied zwischen Ost und West? Der Akustiker Johannes Schubert von Hörwelt Schubert in Dresden hat eine überraschend klare Antwort.

Die kurze Fassung lautet: Das Gehör kennt keine Himmelsrichtung. Das Innenohr altert in Rostock genauso wie in Freiburg. Die Haarsinneszellen, die für das Hören zuständig sind, reagieren überall gleich auf Lebensjahre, Lärm und Vorerkrankungen. Wer also gehofft hatte, seine Region hätte die besseren Ohren, wird enttäuscht.

Wo es tatsächlich Unterschiede gibt

Interessant wird es erst beim zweiten Blick. Nicht das Hören unterscheidet sich, sondern der Umgang damit:

  • Altersstruktur: In vielen ländlich geprägten Regionen leben anteilig mehr ältere Menschen. Damit steigt dort auch der Anteil der Menschen mit Hörminderung.
  • Wege zum Fachgeschäft: Wo der nächste Akustiker 30 Kilometer entfernt ist, wird ein Termin schneller aufgeschoben als in der Innenstadt.
  • Berufliche Lärmbelastung: Industrie, Handwerk und Landwirtschaft hinterlassen Spuren im Gehör, unabhängig davon, auf welcher Seite der ehemaligen Grenze gearbeitet wurde.

Die eigentliche Trennlinie verläuft ganz woanders

Rund ein Drittel der über 65-Jährigen in Deutschland hört schlechter, als es sein müsste. Versorgt ist davon längst nicht jeder. Und im Schnitt vergehen etwa sieben Jahre zwischen den ersten Anzeichen und dem ersten Hörgerät. Das sind sieben Jahre, in denen Gespräche anstrengend bleiben und das Gehirn weniger Höreindrücke bekommt.

Die Trennlinie verläuft also nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen denen, die handeln, und denen, die abwarten. Und diese Grenze kann jeder für sich selbst überwinden – an einem einzigen Nachmittag.

Was Sie tun können

  • Ab dem 50. Lebensjahr das Gehör regelmäßig überprüfen lassen. Der Hörtest dauert nur wenige Minuten.
  • Nicht warten, bis die Familie darauf anspricht. Angehörigen fällt ein Hörverlust fast immer zuerst auf.
  • Bei lauten Arbeiten konsequent Gehörschutz tragen. Vorbeugen ist einfacher als reparieren.
  • Einen Hörverlust nicht als Makel sehen, sondern als etwas, das sich gut behandeln lässt.

Am Ende zählt nicht, wo jemand herkommt, sondern ob er wieder mitreden kann: beim Familienfest, im Verein oder am Küchentisch.

Nutzen Sie den Feiertag für einen guten Vorsatz: Vereinbaren Sie Ihren Hörtest bei Hörwelt Schubert in Dresden unter (0351) 89320162 oder schreiben Sie uns an info@hoerwelt-schubert.de. Wir freuen uns auf Sie!